Zubehör von ASK, FPW, HGW und DeadDesign für Armas Me-262
Neue Zubehörsets für Armas Me 262-Bausatz
Eine Auswahl von Michael Hase
Pünktlich zur Veröffentlichung des neuen Me 262-Bausatzes von Arma im Maßstab 1:72 präsentierten ASK und Dead Design passende Detaillierungssets; HGW bietet zudem gedruckte Sitzgurte an, die als Ersatz für die im Bausatz enthaltenen Decals dienen.
ASK hat neue, einteilige Räder als 3D-Druckteile in hervorragender Qualität gefertigt (Nr. 200-A72042). Ebenfalls interessant sind die neuen 3D-Teile für die Triebwerke in geschlossener Darstellung, die extrem feine Details der Ein- und Auslassbereiche des Jumo 004-Strahltriebwerks aufweisen (Nr. 200-A72044). Zwar handelt es sich hierbei nicht um ein komplettes Triebwerk, aber zweifellos um eine hervorragende Aufwertung der Bausatzteile. Zu guter Letzt – zumindest vorerst … – ist das Detaillierungsset für die Landeklappen zu nennen (Nr. A72043), das ebenfalls im 3D-Druckverfahren hergestellt wurde. Absolut empfehlenswert!
Dead Design bietet vorgeschnittene Masken für die Steuerflächen der Me 262 an (Nr. SM72 110). Nach dem Erfolg dieser Masken bei japanischen Flugzeugen sowie der Hawker Hurricane entschied sich Jan dazu, diese Produktreihe zu erweitern, und präsentierte das neue Maskenset auf der diesjährigen Moson Model Show. Wieder einmal eine gelungene Idee, um einem Modell mit einfachen Mitteln zu mehr Realismus zu verhelfen.
Zwar nicht brandneu, aber dennoch sehr willkommen sind die Sitzgurte für die Me 262 von HGW Essentials (Nr. 172436) in Form gedruckter Teile. Auch wenn die beiliegenden Decals von Cartograf bereits sehr gut sind: Diese plastische wirkenden Gurte sind schlichtweg erstklassig und ihr Geld allemal wert.
Erfahrungen vom Bau von Michael Kohl:
Fangen wir mit den Rädern an:
Als nächstes baue ich die Triebwerke von ASK an Stelle der Bausatzteile ein.
Dieses Set detailiert und korrigiert die Triebwerksein- und -auslässe des Bausatzes und beinhaltet die Rohre der Einläufe, die ersten Verdichter- und die letzten Turbinenstufe, sowie die Düsen. Die Teile lassen sich leicht von den Druckstützen lösen. Das Material ist angenehm zu verarbeiten – weder zu hart noch zu weich. Die Detaillierung ist sauber und scharf. Die Auslässe passen perfekt und ersetzen die Bausatzteile hervorragend, wobei sie zudem die Tiefe der Düsen korrigieren, die im Bausatz zu kurz sind. Die Einlässe wandeln die Kegelform des Bausatzes in die korrekte zylindrische Form um. Leider stimmt der Durchmesser der Zubehörteile aber nicht genau, sodass ein deutlicher Spalt zwischen Motorverkleidung und Einlass verbleibt – was aufwendige und knifflige Anpassungen erforderlich macht.
Es wäre schön, wenn dieses Problem bei künftigen Auflagen behoben wird. Ich habe mir damit geholfen indem ich die Zubehör-Einläufe auf der Drehmaschine so zurechtgedreht habe, dass sie weiter nach vorne rutschten und damit die Lücke zum Bausatzteil schlossen. Anschließend wurde der Überstand abgesägt, die Kante mit Spachtelmasse aufgefüllt und anschließend verschliffen. Mit dem korrekten Einlassdurchmesser wäre es ein perfektes Set gewesen. So jedoch ist das Ergebnis durchwachsen.
Das dritte Set von ASK umfasst die Landeklappen und die entsprechenden Schächte. Steuerflächen sind nicht enthalten.
Damit lässt sich die neue Messerschmitt Me 262 von Arma mit ausgefahrenen Landeklappen darstellen. Die Details sind schön scharf ausgeprägt. Beim Abtrennen der Teile von den Drucksockeln ist jedoch Vorsicht geboten, um sie nicht zu beschädigen.
Hier beginnen die Schwierigkeiten, da keinerlei Anleitung beiliegt – weder im Set selbst noch auf der Website von ASK. Man muss also anhand von Originalfotos selbst herausfinden, wo die Tragflächen des Bausatzes zerschnitten werden müssen. Ich habe die Klappen erst nach dem Zusammenkleben der Tragflächenhälften eingebaut. Dazu musste ich die Teile stark zurechtschleifen und wiederholt trockenpassen und anschließend die verbliebenen Lücken verspachteln. Andrea Brenco scheint bei seinem Bau klüger vorgegangen zu sein, indem er die Klappen vor dem Zusammenbau der Tragflächen montierte (Messerschmitt Me-262 A-1a JV 44 Galland | Album von homusbrencus (1:72)). Seine Vorgehensweise ist wahrscheinlich die vom Hersteller beabsichtigte. Solange jedoch keine Anleitung vorliegt, bleibt dies reine Spekulation.
Während mir die Materialeigenschaften der Räder und Triebwerksteile von ASK sehr gefielen, hatte ich hier ziemliche Probleme mit abbrechenden Hinterkanten und hervorstehenden Details.
Fazit: Angesichts des Aufwands für den Einbau und die ständigen Reparaturen würde ich es aktuell vorziehen, die Klappen aus dem Bausatz selbst herauszuschneiden, anzupassen und neu zu positionieren.
Eine Anleitung mit genauen Angaben zu den Schnittstellen ist dringend erforderlich.
Nun sind Landeklappen zwar keine Ruderflächen, aber Modellbauer, die sich für ausgefahrene Klappen entscheiden, positionieren meist auch gerne andere Ruderflächen neu. Daher wäre die Beigabe von Querrudern und Höhenleitwerksteilen eine naheliegende Wahl gewesen – oder eine Idee für ein späteres Ergänzungsset.
Abschließend noch ein-zwei Bemerkungen zu den Sitzgurten von HWG und den Masken von DeadDesign.
Die Sitzgurte sind dreidimensional gedruckte Abziehbilder und ersetzen Sitzgurt-Abziehbilder des Bausatzes. Ein kurzes Einweichen in Wasser genügt und die Nassschiebebilder lösen sich. Die Platzierung bereitete Probleme, da die Klebekraft der Bilder zu wünschen übrig ließ und nur mit Klebstoff davon zu überzeugen waren, an ihrem zugewiesenen Platz zu bleiben. Insgesamt finde ich die HGW-Gurte trotz des 3D-Druckes zu flach und würde beim nächsten Mal wieder Photoätzteile oder Gurte aus Abdeckband mit photogeätzten Schnallen bevorzugen.
Die Optical Illusion-Masken von DeadDesign scheinen mir mehr eine Logical Illusion zu sein. Denn während ich die Idee bei Flugzeugen, wie der Hawker Hurricane oder der Vought Corsair, die stoffbespannte Steuerflächen aufweisen, sehr gut finde, erschließt sich mir der Nutzen bei der Me 262 nicht. Bei der Messerschmitt Me 262 waren alle Steuerflächen metallbeplankt und damit fehlten diesen das markantes Relief, das besondere Lackiertechniken zur Geltung bringen könnte. Daher halte diese Masken für überflüssig.
Halt!
Einen habe ich doch noch.
Und zwar ein Jumo 004. Dabei handelt es sich um das Triebwerk, das die Messerschmitt Me 262 antrieb und das von FGW als 3D-gedrucktes Modell im Maßstab 1:72 angeboten wird.
Auf den Punkt gebracht: vorne hui, hinten pfui. Im Klartext heißt das: der vordere Triebwerksanteil bis zur Turbine ist hervorragend gestaltet und enthält feinste Details und ein verwirrendes Labyrinth aus Leitungen und Schläuchen. All das ist dazu noch erstaunlich robust und ich hatte trotz umfangreicher Handhabung keine Leitungsbrüche oder sonstige Beschädigungen. Der Druck ist hervorragend und die Entfernung der Druckstützen gestaltet sich trotz der Filigranität erstaunlich problemlos.
Dazu steht die Düse mit dem Auslasskonus im Gegensatz. Diese erscheint zum einen nicht rund und es fehlt ihr das charakteristische Muster an der hinteren Kante, das ASK bei seiner Düse so schön gestaltet hat. Auch die Tiefe der Düse ist nicht korrekt und der Düsenkonus hat mit dem des Vorbildes nichts gemein. Das könnte man mit Verweis auf die fehlende Einsehbarkeit noch weglächeln, wenn denn die Düse nicht so unregelmäßig gedruckt wäre. Im Endeffekt habe ich den Brennkammerbereich und die Düse abgesägt, den Brennkammerabschnitt mit einem Messingrohr neu gestaltet und als Düse die von ASK genommen. Da ich den hinteren Teil der äußeren Triebwerksverkleidung aus dem Bausatz übernahm, verschwanden die nicht vorbildgerecht gestalteten Bereiche hinter Plastik.
Schade, denn der vordere Teil geht eigentlich nicht mehr wirklich besser. Hier könnte m. E. ein zweiteiliger Aufbau des Triebwerks Abhilfe leisten. Und dann wäre es noch toll, wenn die drei Triebwerksaufhängungen noch mitgeliefert würden. Dann könnte man die Maschine direkt an den Flügel hängen. Für den allerletzten Feinschliff habe ich neben den vermissten Aufhängungen nur noch drei Leitungen im Kompressorbereich und zwei zur Düse ziehende sowie die Aufhängungspunkte der Triebwerksverkleidung nachdetailliert.
Fazit:
Die Räder von ASK sind aber eine schöne Ergänzung und machen sogar weniger Arbeit, als die Bausatzteile. Alle anderen Angebote erfordern ein nicht unerhebliches Maß an Aufwand, um die zusätzliche Detaillierung zur Geltung zu bringen. Sobald eine aussagekräftige Anleitung von ASK für die Klappen vorliegt, kann ich mir gut vorstellen, dass diese einen wirklichen Gewinn darstellen. Ohne Anleitung machten sie mir in erster Linie Kopfschmerzen. Die HGW-Gurte überzeugten mich unterm Strich nicht und der Sinn der Masken von DeadDesign erschließt sich mir nicht.
























