Luftfahrttechnisches Museum Rechlin

von Gerhard Schmalzl

Nach 1999 und 2001 hatte ich dieses Jahr wieder die Gelegenheit das Museum in Rechlin zu besuchen. Erstaunlich ist die Entwicklung, die dieses Museum seit der Eröffnung im Jahre 1998 genommen hat.

In den alten Gebäuden der ehemaligen Luftwaffenerprobungsstelle und einem Hallenneubau sind nicht nur Flugzeuge aus der Anfangszeit der Luftfahrt, der Erprobungsstellenzeit und der NVA, sondern auch Schiffe der NVA, Exponate aus der russischen Besatzungszeit und die Geschichte der Werft in Rechlin Nord dokumentiert. Eine sehr interessante Modellsammlung in 1/72 und 1/48 rundet für uns das Gesamtbild positiv ab.

 

Die Flugzeuge aus der Frühzeit der Luftfahrt und der Zeit des 1. Weltkrieges sind allesamt Nachbauten. Dennoch vermitteln sie einen guten Eindruck von diesen frühen Luftfahrzeugen. Zu sehen gibt es von der Etrich Taube, über Fokker E-III, DR.I, D-VII, Siemens-Schuckert D.III, bis hin zur Junkers D1 und F-13 alles was das Herz des Flugzeugenthusiasten höherschlagen lässt.

 

Aus dem Segelflugzeugbereich gibt es nur den Schulgleiter SG 38 zu bestaunen. Allerdings in einem exzellenten Zustand!

 

Richtig spannend wird es dann im Bereich der Luftwaffenerprobungsstelle. Eines der Highlights ist sicherlich die Messerschmitt Bf 109 G-2, die als spanische 109 in Lizenz gebaut wurde. Die Heinkel He 162 ist komplett aus verschiedenen Maschinen neu aufgebaut worden und somit wohl 100 % original. So sehr die Messerschmitt Me 262 und vor allem die Dornier Do 335 auch beeindrucken, hier sind leider nur wenige Originalteile verbaut worden. Ganz besonders beeindruckend fand ich das Stahlrohrgerüst des Rumpfes der Gotha Go 242. Wann sieht man das schon mal! Nachbauten sind auch die Fieseler Fi 103 R und die DFS 230 A, die schon in Gatow zu sehen war.

 

 

Ungewöhnlich sind auch die Cockpitnachbauten mit weitestgehend Originalinstrumenten von Focke Wulf Fw 189, Arado Ar 234 und Junkers Ju 388.

 

Die Motorensammlung beeindruckt auch durch etliche hervorragend restaurierte Motoren und Triebwerke.

 

 

Jets und Hubschrauber aus der NVA-Zeit sind überwiegend im Außenbereich ausgestellt, was den Exponaten naturgemäß nicht so gut bekommt. Allerdings gibt es auch eine MIG-17, MIG-21 und eine Antonov An-2 in hervorragendem Zustand in den Hallen zu sehen. 

 

Ferner kann man noch etliche Schiffe der NVA und aus der Rechliner Werftzeit bewundern.

 

Bei meinem diesjährigen Besuch hatte ich noch das Glück, dass eine Gruppe zu einer Führung angemeldet war, die mit lauter historischen und bestens gepflegten Fahrzeugen aus der Wehrmachtszeit zugegen war.

 

Für einen Besuch sollte man mindestens einen halben, wenn nicht sogar einen ganzen Tag einplanen. Es gibt derart viel auch an kleinteiligen Dingen zu sehen, dass die Zeit viel zu schnell vergeht. Im Museum selbst kann man sich nur mit Getränken versorgen, aber am Claassee, gleich um die Ecke, kann ich das Hafenbistro Tante Ju nur wärmstens für eine Pause empfehlen. Dort gibt es neben selbst frisch geräucherten Fischgerichten auch Schnitzelgerichte und Ähnliches. Und das alles zu „fränkischen Preisen“!

 

Gerhard Schmalzl im Juni 2026