Lockheed F-104S der italienischen Luftwaffe in 1:72 von Hasegawa
von Christian Schmidt
Heute geht’s weiter mit einem Klassiker des Jet – Zeitalters.
Die Italienische Luftwaffe war der einzige Betreiber der F-104S Starfighter, die auch speziell für die AMI als Abfangjäger entwickelt wurde. Eingeführt wurden die, bei Aeritalia in Lizenz gebauten, Maschinen 1969 und flogen bis 2004 im aktiven Einsatz. Das „S“ im Namen weist darauf hin, daß diese Version um das Waffensystem AIM-7 Sparrow herum entwickelt wurde. Es konnten aber auch AIM-9 Sidewinder getragen werden – dafür fehlte aber aus Platzgründen die Bordkanone. Optisch unterscheidet sich die Maschine durch zwei weitere Unterflügelstationen und zwei zusätzliche Stabilisierungsflossen unter dem Rumpf von allen anderen Starfighter-Versionen.
Im Lauf der Jahre wurden die Maschinen kampfwertgesteigert. Zuerst zur Version ASA, später dann zur ASA-M. Durch die Verkleinerung der Elektronic war es später möglich, die Maschinen mit einer Bordkanone nachzurüsten, was bei Einzelnen auch gemacht wurde.
Im Rollout des italienischen AV-8B Harrier II hatte ich ja erwähnt, daß ich Decals von Tauro verwendet habe. Auf diesem Bogen sind auch Markierungen für eine F-104S Starfighter. Zeitweise habe ich an beiden Modellen gleichzeitig gearbeitet und lackiert, da ich auch fast dieselben Farben verwendet habe.
Der bekannte Hasegawa-Bausatz der F-104G/S Starfighter ist trotz seines Alters momentan noch der beste auf dem Markt. Hasegawa-typisch ist das Bauen recht problemlos, aber das Cockpit ist recht spartanisch ausgestattet. Hier kamen 3D-Decals von Quinta zum Einsatz. Das deutlich zu dicke Staurohr wurde gegen eines aus Metall von Master getauscht. Typisch für Starfighter am Boden sind die offene Klappe des Elektronikraums hinter dem Cockpit und die offene Triebwerks-Zugangsklappe unten am Rumpf, hinter dem Hauptfahrwerk. Beides habe ich durch Resin-Sets von CMK und Verlinden dargestellt und mit Ätzteileresten und gezogenen Leitungen weiter detailliert.
Lackiert habe ich mit verschiedensten Grautönen von Mr. Hobby und Tamiya. Nach einer Schicht Future als Glanzlack kamen die Decals von Tauro, einige aus dem Bausatz und ein paar aus der Restekiste auf das Modell. Zu den Tauro-Decals hab ich inzwischen eine geteilte Meinung. Einerseits sind sie gut recherchiert und bieten Markierungen, die man woanders kaum bekommt, andererseits sind sie auf einem durchgehenden, hauchdünnen Trägerfilm gedruckt. Das ist noch nicht so schlimm, aber trotz des dünnen Films neigen sie doch deutlich zum silbern und haften nur sehr schlecht. Genau wie beim Harrier habe ich hier die Decals sehr nass auf einen noch nicht komplett trockenen Ganzlack aufgebracht, das Wasser mit nem Küchentuch aufgenommen und das Decal sofort richtig platziert. Etwas, das wegen dem Klarlack nur sehr kurz geht. Danach wurde alles nochmal mit Future versiegelt. Nach den Decals kam das Altern mit neun verschiedenen Grautönen und auch Smoke von Tamiya, einem leichten Washing der Panellines und das Versiegeln mit Tamiya Mattlack.
So entstand nach und nach einer der grauen italienischen Starfighter, die für mich durch ihre Verwitterungen und auch Verschmutzungen ihren eigenen Charme haben, was ich darstellen wollte.
Gebaut habe ich eine Maschine der 37`Stormo, Trapani – Birgi 1999




