Gotha P.60 C

Gerhard Schmalzl im August 2025

 

Modell/Typ : Gotha P.60 C

Bausatz/ Maßstab : AZmodels, 1/72

Einheit/Einsatzgebiet : I./NJG 1,  Deutschland, 1946 (fiktiv)

Nachdem ich in den letzten Jahren Modelle von der Horten H VII und der Horten H IX (Go 229) gebaut hatte, war ich sehr erfreut, dass AZmodels nun Anfang des Jahres eine Gotha P.60 als New Tool herausbrachte. Die ältere Auflage hatte ich nämlich verpasst und dann war sie nicht mehr erhältlich.

Der Kit macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck, aber da es sich wohl um einen Short Run Kit handelt, weiß man ja um den Aufwand den ein solcher Kit erfordert.

Begonnen habe ich wie meist üblich mit dem Cockpit. Es ist soweit ganz in Ordnung, da man aufgrund der schmalen nicht zu öffnenden Kanzel sowieso nur sehr wenig später davon sieht. Ich versah das Cockpit lediglich mit einigen Hebeln und die Rückwand des Instrumentenbretts des Navigators mit angedeuteten Instrumenten. Auf plastische Gurte verzichtete ich diesmal und bemalte die aufgeprägten lediglich sorgfältig. Die Platzierung der Teile des Cockpits ist kaum ersichtlich und ich musste viel herumprobieren, bis alles gut passte.

Gotha_P_60_024

Rumpf und Tragflächen bestehen bei diesem Kit lediglich aus zwei Teilen, nämlich aus oberem und unterem Teil. Eigentlich ganz sinnvoll bei dieser Art Flugzeug. Die Hauptfahrwerkschächte müssen allerdings zu den geschlossenen Klappen hin geöffnet werden und diese dann deutlich dünner geschliffen werden. Da dann beim Zusammenfügen des oberen und unteren Rumpf/Tragflächenteils mit dem eingeklebten Cockpit  ein riesiger Spalt blieb,  musste ich den vorderen Fahrwerkschacht und die Unterseite des Cockpits sehr stark abschleifen. Es hat dann gerade so ausgereicht. Viel Material blieb nicht mehr übrig.

Bei den Triebwerken ist mir aufgefallen, dass die Teile 29 und 30 genau anderes herum eingebaut gehören. Denn so, wie es die Bauanleitung vorgibt, passen sie gar nicht in die Triebwerke. Dumm ist nur, dass das vordere Teil dann nicht spitz genug zuläuft. Da hilft nur selbst modifizieren.

Die Fahrwerksabdeckungen sind allesamt zu dick. Da hilft nur dünner schleifen oder neu anfertigen.

Ich habe meine aus dünnem Plastiksheet neu gemacht. Das Fahrwerk ist ganz passabel, sodass nur noch die Bremsleitungen aus dünnem Bleidraht von mir ergänzt wurden. Die Räder habe ich außerdem noch etwas flach angeschliffen, um das Gewicht zu simulieren.

Nach dem Maskieren der Cockpitverglasung mit Kabuki Tape von Tamiya, kann es mit der Bemalung schon losgehen. AZ gibt einige schöne Decalvarianten vor, aber mir schwebte eine Nachtjagdmaschine vor, wie sie der Nachbau in Rechlin darstellt. Nach der Grundierung mit Alclad White Primer und dem Vorschattieren, bekam die Unterseite eine Lackierung mit Tire Black (H77) von Gunze. Die einzelnen Panels wurden dann noch mit RLM 75 (H69) leicht aufgehellt. Für die Oberseite benutzte ich zum ersten Mal das RLM 76 (MRP-066) von MRP. Wie immer ließ sich auch diese Farbe ganz hervorragend spritzen, der Farbton erschien mir aber etwas zu sehr ins blaue zu gehen. Das mag sicherlich eine Geschmacksfrage zu sein,  ich werde aber wieder das  RLM 76 von Gunze verwenden. Für die Flecken der oberen Tarnung kam dann noch RLM 75 (MRP-065) zum Einsatz. Nun folgten Glanzlack und Washing mit mig-Produkten.

Bei den Decals verwendete ich von AZ nur die Balkenkreuze. Sie ließen sich prima anbringen und schmiegten sich mit nur wenig Weichmacher in jede Vertiefung. Der Rest der Abziehbilder stammt aus meinem Fundus.

Das Schlussfinish erfolgte mit Seidenmatt von Alclad. Nun noch die Kleinteile anbringen, wie das selbst gefertigte Staurohr, die Kanonen aus 9mm Injektionsnadeln und die Teile des Fahrwerks.

Nach dem Demaskieren der Cockpithaube und dem Ergänzen der Positionslichter an den Tragflächenenden war das Modell fertig.

Baulich ist dieser kleine Kit von AZ keine große Herausforderung, und sollte vom jedem Modellbauer gut zu bauen sein, trotz der Mehrarbeit die diese Kleinserienbausätze erfordern.

Sicherlich sind Luftwaffe 1946 Flugzeuge nicht mehr so im Trend, aber als Ergänzung zu meinen beiden Horten Maschinen passt die P.60 ganz hervorragend.