In-Box Review

von Michael Hase

Kategorie  :  Flugzeuge – Zubehör

Modell        :  Rettungsboje – Generalluftzeugmeister (Luftwaffe 2. WK)

Hersteller   :  Brengun

Maßstab    :  1/72

Material     :  Resin / Photoetched

Zum Vorbild:

Im Sommer 1940 ließ das RLM auf Anregung des Luftzeugmeisters Generaloberst Ernst Udet ca. 100 Rettungsbojen bauen, die zunächst überwiegend im Ärmelkanal verankert und eingesetzt wurden.

Bei den britischen Besatzungen wurden diese Bojen als „Lobster Pots“ bezeichnet und es kam leider auch immer wieder zu Angriffen auf diese mit rotem Kreuzsymbol versehenen Bojen.

Auch einige Besatzungen der RAF verdankten diesen Rettungsinseln ihr Überleben. Angeblich sollen auch Bojen „gemeinsam“ von Besatzungen der Luftwaffe und der RAF nach Notwasserungen genutzt worden sein.

Nachdem die Briten einige dieser Rettungsbojen „in Besitz“ nehmen konnten, entwickelten sie eine eigene Konstruktion auf dieser Basis, bekannt als „ASR-10“.

Die ca. 4 x 2,50 x 2,50 m großen, oberhalb der Wasserlinie gelb, und unterhalb grau gestrichenen Bojen waren mit roten Kreuzen auf weißem Grund versehen und sollten vier Personen einen mehrtägigen Aufenthalt ermöglichen. Dazu waren diese neben vier Kojen, trockener Kleidung, Verbandszeug, Notproviant inkl. 25 Liter Wasser, einem Notsender und einem Schlauchboot ausgestattet. Neben Kartenspielen hatten diese auch je eine Flasche „Asbach Uralt“ an Bord…

An der Boje war auch eine ca. 100 Meter lange Leine befestigt, die mit abwechselnd rot und gelb gefärbten Schwimmkörpern versehen war. Diese ermöglichte auch anfliegegenden Piloten, die notwassern mussten, die Erkennung der Strömungsrichtung.

Zur Erkennung waren diese Bojen mit einem weißen Licht ausgestattet, das bis auf 1000 Meter sichtbar war. War eine Boje besetzt, dann hißte die „Besatzung“ einen schwarzen Ball und eine gelb-rot gestreifte Flagge.

Heute existiert noch eine, zwischenzeitlich äußerlich restaurierte, Boje im Museum in Terschelling in den Niederlanden

Quelle:  https://de.wikipedia.org/wiki/Rettungsboje_(Wehrmacht)

Das Modell:

Der rührige tschechische Hersteller Brengun stellte im Oktober 2025 diese Rettungsboje im Maßstab 1/72 als „Mixed-Media“-Bausatz vor.

13 sehr sauber gegossene Resinteile und insgesamt acht photogeätzte Teile kommen zusammen mit einem Decalbogen und einem übersichtlichen Bauplan in einem stabilen Karton mit Styroporfüllung zur Vermeidung von Beschädigungen.

Mit etwas Aufwand zum Entfernen der Gießansätze des Schwimmkörpers lässt sich daraus ein sehr schönes Modell bauen. Brengun empfiehlt einen rot lackierten Schwimmkörper, zeitgenössische Aufnahmen deuten eher auf eine graue Farbgebung hin.

Fazit:

+ außergewöhnliches Vorbild mit Dioramenpotential

+ sehr gute Verarbeitung

+ saubere Decals

– hoher Preis (ca. 40,- Euro)

– Geländer und Antennendraht flach geätzt