Gloster Meteor F. Mk.IV von Frog in 1:72

von Erwin Besold

 

Das Original:

Die Gloster Meteor (Werksbezeichnung G.41) war das erste britische Jagdflugzeug mit Strahlantrieb, das in die Einsatzverbände gelangte. Der Prototyp führte seinen Erstflug am 5. März 1943 durch. Sie wurde ab Juli 1944 bei der RAF (Royal Air Force, britische Luftwaffe) eingesetzt. Den in geringen Stückzahlen gebauten Meteor F.Mk.I folgten die Varianten F.Mk.III und die F.Mk.IV, mein Modell (die F.Mk.II war ein reines Triebwerkstestflugzeug. Vermutlich wurde nur einegebaut, andere Quellen gehen sogar davon aus, dass keine gebaut wurde).

Die Meteor F.Mk.IV besaß einen gegenüber der F.Mk.III verstärkten Rumpf und Rolls-Royce Derwent-5 Strahltriebwerke in verlängerten Triebwerksgondeln. Von der Mk.IV wurden gesamt 753 Exemplare gebaut.

1948 orderte die niederländische Luftwaffe (KLu-Koninklijke Luchtmacht) 61 Meteor F.Mk.IV. Damit war die Meteor das erste strahlgetriebene Flugzeug der Niederländer.

Nach der F.Mk.IV entstanden noch verschiedene Versionen bis hin zur zweisitzigen Nachtjägerversion NF.Mk.14 mit Radar Bug, auf die jedoch im Rahmen dieses Bauberichts nicht weiter eingegangen wird.

Technische Daten der Gloster Meteor F.Mk.IV:

Länge: 12,58 m, Flügelspannweite: 13,11 m, Höhe: 3,96 m

Maximales Startgewicht: ca. 6.000 kg

Höchstgeschwindigkeit: ca. 800 km/h in 9.000 m Flughöhe

Antrieb: zwei Rolls-Royce Derwent-5 Strahltriebwerke mit je 17,7 kN (3600 lb) Standschub

Bewaffnung: vier 20 mm Maschinenkanonen Hispano-Suiza HS.404 im Rumpfbug

Dieses Modell wollte ich im Rahmen des Internetwettbewerbs 1. Scalemodel Trophy 2016, Category A4 Vintagebausatz ohne Zurüstteile und Verbesserungen, abgeben. Aus zeitlichen Gründen wurde ich mit dem Bau nicht rechtzeitig fertig und verpasste den Abgabetermin.

Das Modell:

Der Bausatz beinhaltet 40 Bauteile (davon zwei Teile für den Ständer), die größtenteils gratfrei sind. Die Paßgenauigkeit hält sich in Grenzen. Spachteln und Schleifen sind bei den Triebwerksgondeln und den Übergängen Rumpf-Tragflächen/Höhenleitwerke erforderlich. Die Cockpitausstattung beschränkt sich, typisch für FROG Bausätze dieser Zeit, nur auf einen Piloten und den Pilotensitz mit kleiner Bodenplatte. Die Cockpithaube besteht aus durchsichtigem Plastik und ist durchaus verwendbar. Die Oberflächen des Modells weisen dezente erhabene Konturen auf. Es ist zu beachten, dass die angedeutete Landeklappe an der Rumpfunterseite, Flugrichtung rechts, falsch dargestellt ist. Der Bauplan ist einfach und übersichtlich gestaltet. Bemalungs- und Markierungsanleitung befinden sich auf der Unterseite der Bausatzschachtel. Es ist der Bau von zwei Versionen mit dem beiliegenden Abziehbildersatz möglich.

  1. Englische Version No. 263 „Fellowship of the Bellows“ Squadron der RAF, 1950
  2. Niederländische Version No. 323 Squadron, 1950

 

 

Zusammenbau:

Pilot und Pilotensitz werden zum Bemalen vorbereitet. Die Pilotenkombi wird mit Revell 65 grün bemalt und die Schwimmweste gelb mit Revell 15. Der Pilotenhelm wird mit Revell 05 weiß bemalt. Die Stiefel des Piloten erhielten Revell 09 anthrazit. Sitz und Cockpitinnenseiten werden mit Revell 76 hellgrau bemalt.

Nach dem Trocknen können Pilot mit Sitz in die rechte Rumpfhälfte eingeklebt werden. Vor dem Zusammenbau der Rumpfhälften wurde in die Rumpfnase Bleiballast mit Ponal Holzleim eingeklebt, damit das Modell auf seinem Fahrwerk in Dreipunktlage stehen bleibt.

Danach werden die Tragflächenhälften zum Zusammenbau vorbereitet und die angedeuteten Triebwerkseinlässe eingeklebt. Nach dem Zusammenkleben der Tragflächen ist Spachteln angesagt, da die Paßgenauigkeit nicht besonders berauschend ist.

Nach dem Anbau der Tragflächen und der Höhenleitwerke ist wiederum Spachteln nötig. Im Anschluss daran wird das Modell komplett mit Alclad 2 Lacquers Grey Primer & Filler grundiert. Dadurch wird sichtbar, ob beim Spachteln und Schleifen fehlerhafte Stellen vorhanden sind, was bei mir der Fall war. Also Nacharbeiten!

Nun kommen die Fahrwerksteile und Räder an die Reihe. Nach dem Schleifen werden die Radreifen mit Revell 09 Anthrazit bemalt (Pinsel), die Felgen und Fahrgestellbeine mit Revell 99 Aluminium.

Die Fahrwerkabdeckungen sind sehr dick dargestellt, weshalb diese ein wenig an den Kanten schräg geschliffen werden. Das ergibt optisch gesehen dünnere Kanten.

Fahrwerksklappen und Fahrwerke werden angeklebt. Das Modell wird nun zum Trocknen und Aushärten beiseitegelegt.

Nach dem Einbau der Fahrwerke mit Fahrwerksklappen, Anbau der Flächentanks, des Staurohrs im linken Flügel, der Antenne auf dem Rumpfrücken und der Cockpithaube werden das Cockpit mit Mikro Kristal Klear und die Fahrwerksreifen mit Tamiya Klebeband abgedeckt. Danach erfolgt eine Lackierung des Modells über alles mit Revell 99 Aluminium (Airbrush).

Im Anschluss daran wurden die Zwischenräume und Konturen mit stark verdünnter dunkler Farbe schattiert, danach die Rumpfspitze in Rot gepinselt. Auf eine Alterung habe ich bewusst verzichtet, nachdem auf allen mir zur Verfügung stehenden Fotos die Maschinen blitzblank abgebildet waren.

Nachdem die Bausatz-Abziehbilder aufgrund des Alters nicht mehr zu gebrauchen waren, wurde Ersatz von Kits-World aus England beschafft. Auf diesem Decalbogen war genau die niederländische Version enthalten, die ich haben wollte. Nach dem Aufbringen der Decals erfolgte eine Schicht Klarlack matt von Revell.

Zum Schluss erfolgte noch die Bemalung der Positionsleuchten an den Flügelspitzen (links rot, rechts grün).

Letztendlich klebte ich das Modell auf ein Diorama mit Betonplattenimitation, sodass ich es nicht mehr anfassen muss.

Amberg, April 2016