Dassault Super Mystere SMB.2 von Special Hobby in 1:72

Bausatz: Special Hobby 72345: Dassault Super Mystere SMB2

Zubhör:

  • CMK P72036: SMB-2 Super Mystere Ladder (Armée de l’Air type)
  • ResKit RS72-0114 Super Mystere – wheels set
  • Peewit M72196 Canopy Mask for Special Hobby Super Mystere B.2
  • Coastal Kits CKS901-72 Hangar Base & Background 297 x 210 x 297mm
  • Coastal Kits Base Israel
  • Reedoak RRC720251: Modern French Armée de l’Air in Flight suit standing
  • Reedoak RRC720186 French 69s-72s era Armée de l’Air Mirage III pilot standing, hand on boarding ladder

Nachdem das Netz voll des Lobes über den neuen SpecialHobby-Bausatz war, wollte ich mir ein kleines, entspanntes Zwischenprojekt gönnen. Na ja, wie ihr Euch sicher schon denkt, war es dann doch nicht so klein, aber da konnte der Bausatz nichts dazu…

Der Bau beginnt unspektakulär mit dem Cockpit. In dem Maßstab und mit geplant geschlossener Haube sparte ich mir über die im Bausatz vorhandenen Details hinausgehende Verfeinerungen. Recht schnell war auch der Triebwerkseinsatz eingebaut und der Rumpf konnte geschlossen werden. Eine Nachbildung der ersten Turbinenstufe fehlt, ist aber auch überflüssig, da nicht einsehbar. Aufgrund der sehr guten Passform waren auch die Flügel und das Seitenleitwerk schnell montiert. Spachtelmasse konnte in der Tube bleiben.

Und dann ging es auch schon mit der Lackierung los. Ich entschied mich für die eher selten zu sehende frühe israelische Zweifarbtarnung mit braun und blau. Der ersten Schicht Grundierung folgte noch eine Sonderschicht schleifen, um zu Tage getretene Unzulänglichkeiten auszubessern. Nach nochmaliger Grundierung erhielt die Unterseite dann eine einfarbige Lackierung mit MRP-283 (Silk Grey RAL 7044). Auf der Oberseite ging es nach Abkleben der scharfen Kante zur Unterseite mit Braun (RC224 Brown FS 30140 von AK Real Colors) als Basis weiter. Die braun zu belassenden Areale wurden anschließend maskiert und es folgte die Lackierung der blauen Tarnflächen mit MRP-281 (Grey Blue RAL 5008). Nach Betonung der Panele mit stark verdünntem Buff wurde die gesamten Oberseitenlackierung durch Einarbeiten von hellockerner Ölfarbe aufgehellt. Dieser Anstrich wurde mittels seidenmatter Firnis geschützt, um die anschließenden Abklebearbeiten für die Detailbemalung vornehmen zu können. Die Abziehbilder funktionierten hervorragend, waren sehr dünn und hinterließen keinen sichtbaren Trägerfilm. Nach erneuter seidenmatter Firnis wurden die Gravuren im anschließenden Waschgang auf der Unterseite mit dunklen, auf der Oberseite mit hellen Farben betont.

Die Pitot-Rohre des Bausatzes waren mir zu grob und ich ersetzte sie durch slide-to-fit Messing-Röhrchen. Abschließend erfolgte die Montage des um Bremsleitungen verfeinerten Fahrwerks. Die Bausatzräder wichen dabei den Resin-Nachbildungen von ResKit – eine aber nur geringe Verbesserung gegenüber den schon sehr ordentlichen Bausatzteilen. Man achte auch auf die Ausrichtung der Räder, da diese nur in einer Position monitert werden können. Ich hatte meine bereits abgeflacht, um eine sattere Auflage des Flugzeuges zu bekommen und musste sie dann verdreht montieren. Ein Fehler, der aber wohl auch aufmerksamen Juroren bei Wettbewerben entgehen könnte. Abschließend tupfte ich noch eine geringe Verwitterung, insbesondere der Stirnflächen von Triebwerkseinlauf, Trag- und Seitenleitwerksvorderkanten mit dunklem Graubraun und Silber auf. Nichts davon habe ich auf den sehr spärlichen Vorbildfotos wirklich ausmachen können, aber es schien mir plausibel und gefiel mir hinterher.

Eine Fotosession für die Veröffentlichung in Scalemates folgte auf einer Grundplatte von Coastal Kits mit dem israelischen Hohheitsabzeichen und einer Hangar-Innenseite als Hintergrund.

Aber damit war ich noch nicht zufrieden und in einer längeren Pause reifte die Idee zu einer ansprechenderen und dauerhaften Präsentation.

Auf einer Grundplatte, die mir ein befreundeter Schreiner nach meinen Vorgaben zuschnitt, bildete ich einen Vorfeldabschnitt nach, wie ich ihn in Fotos israelischer Vorfelder gesehen hatte. Bei einem Schildermacher konfigurierte ich die Typschilder und das Abzeichen der israelischen Luftwaffe. Abschließend wurden noch die Bordleiter und die beiden fantastischen Figuren von Reedoak bemalt und auf die Szenerie gesetzt.

Der Bausatz von Special Hobby verdient alles Lob, das darüber geschrieben steht. Der Bau war eine reine Freude und das Modell hier ist nahezu vollständig aus der Schachtel heraus gebaut. Wer schonmal die alten Bausätze von Special Hobby mit all ihren Shortrun-Qualitäten auf Basis schlampiger Recherche genießen durfte, dürfte sich bei diesem Bausatz die Augen reiben. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den Bau der zwischenzeitlich erstandenen Mirage III und der Viggen des gleichen Herstellers.

Michael Kohl im April 2026